Case Studies: Wie arbeite ich?
The Moon Records ist mein eigenes Ambient-Label. Beatlose Musik — Ambient, Drone, Soundscape.
Und ich habe es behandelt wie jedes andere Kundenprojekt auch. Kein Template, kein Page-Builder, kein “wird schon reichen”. Sondern: von Grund auf neu entwickelt, mit demselben Prozess, denselben Werkzeugen und derselben Sorgfalt, die ich in jedes professionelle Projekt einbringe.
Das ist der eigentliche Sinn dieses Artikels. Nicht “schau, was ich für mich selbst gebaut habe” — sondern: so arbeite ich. Und so würde ich das auch für dich bauen.
Was dabei entstanden ist, ist mehr als eine Website. Es ist ein vollständiges digitales System: eine eigene Datenschicht, ein Design System, ein selbst gehostetes Backend, ein Admin-Dashboard, Newsletter mit Double Opt-in, ein Promo-System mit personalisierten Links, Download-Tracking, eine Promo-Kontaktliste mit Mailing-Funktion — und eine vollautomatische Deployment-Pipeline. Alles aufeinander abgestimmt. Alles unter Kontrolle. Alles aus einem Guss.

Identität zuerst — immer
Bevor ich irgendeinen Code schreibe, steht bei jedem Projekt dieselbe Frage: Was ist das eigentlich?
Ein Musiklabel ist kein Shop, kein Blog, kein Portfolio. Es ist ein Archiv, ein kuratorisches Statement, ein Sendemast. Die Identität von The Moon Records ist dunkel, karg, präzise. Mondphasen als visuelles Leitmotiv. Monospace-Schrift als Sprache der Maschine. Ein einziger Goldton als einzige Wärme.
Erst wenn das sitzt, beginnt die Umsetzung. Nicht umgekehrt.
Das ist kein ästhetischer Luxus. Es ist die Voraussetzung dafür, dass später alles konsistent wirkt — Website, Mails, Admin-Interface, Promo-Links. Wer mit dem Code anfängt, bevor die Identität steht, baut zweimal. Das habe ich oft genug bei Projekten anderer gesehen, die zu mir kommen, weil es “irgendwie nicht stimmt”.
Daten als eigenständige Schicht
Ein zentrales Architekturprinzip ist the-moon-os: ein separates Git-Repository, das als Submodule in die Website eingebunden ist. Dort liegen ausschließlich die Rohdaten des Labels — releases.json mit allen Releases, Metadaten, Artwork-Pfaden, Tracklisten, Plattform-Links.
Inhalt und Darstellung sind vollständig getrennt.
Wenn ein neues Release erscheint, wird das OS-Repository aktualisiert. Die Website pulled den neuen Stand, GitHub Actions baut automatisch neu, das System deployt sich selbst. Kein CMS-Dashboard, kein Vendor-Lock-in, keine Abhängigkeit von einer Plattform. Die Daten gehören dem Label — nicht Wordpress, nicht Contentful, nicht Sanity.
Dasselbe Prinzip setze ich bei Phantom Grid und Kundenprojekten ein. Daten als eigenständiges, versioniertes Objekt. Portabel. Nachvollziehbar. Langlebig.
Das Design System: einmal definiert, überall konsistent
The Moon Records hat kein Stylesheet. Es hat ein Design System aus CSS-Tokens:
--color-bg: #0C0C0C;
--color-fg: #E8E4D8;
--color-accent: #C4B98A;
--color-border: rgba(196, 185, 138, 0.10);
Jede Komponente — jeder Button, jede Karte, jede E-Mail-Vorlage, jedes Admin-Element — greift auf denselben Token-Satz zurück. Ändert sich die Akzentfarbe, ändert sie sich überall. In einer Zeile. Das ist der Unterschied zwischen “sieht irgendwie ähnlich aus” und “ist aus einem Guss”.
Für Kundenprojekte bedeutet das: kein visueller Drift zwischen Seiten, keine “fast gleiche” Farbe im Newsletter, kein abweichender Button auf Mobile. Einmal sauber definiert — fertig.

Was alles drin steckt — und wie es zusammenspielt
Das ist der Teil, der in Case Studies meist fehlt. Deshalb zeige ich ihn hier konkret.
Öffentliche Website
Release-Seiten mit Artwork, Tracklist, Streaming-Links und eingebettetem Audioplayer. Neue Releases sind gesperrt bis zum Veröffentlichungsdatum — danach schalten sich Streams und Plattform-Links automatisch frei. Kein manueller Eingriff nötig.
Promo-System
Jeder Promo-Empfänger bekommt einen personalisierten Link — /promo/tmr-012?t=CVGHUZFG. Einmalig, ablaufend, nachverfolgbar. Der Link öffnet eine Release-Seite mit Downloadbutton (128kbps / 320kbps), Feedbackformular und Tracklisting. Downloads werden pro Token geloggt. Feedback erscheint nach Freigabe öffentlich auf der Release-Seite.
Promo-Liste
Blogger, Journalisten und DJs können sich öffentlich eintragen. Im Admin wähle ich ein Release, schicke eine Testmail, prüfe den Link — dann bekommen mit einem Klick alle Subscriber eine personalisierte Promo-Mail mit individuellem Zugangslink. PocketBase legt pro Subscriber automatisch einen eigenen Record an. Kein manueller Aufwand.
Newsletter mit Double Opt-in
Subscribers erhalten eine Bestätigungsmail, nach Klick eine Willkommensmail, bei jeder Kampagne einen persönlichen Abmeldelink. DSGVO-konform, vollautomatisch, kein Drittanbieter.
Kampagnen-Modul
Neue Releases oder Label-News werden als Kampagne angelegt — Betreff, HTML-Body, Plaintext. Testmail an beliebige Adresse. Dann Send: alle bestätigten Subscriber bekommen die Mail, das System zählt gesendete und fehlgeschlagene Mails und markiert die Kampagne als abgeschlossen.
Admin-Dashboard
Passwortgeschütztes Backend mit eigenem Vue 3 SPA. Newsletter-Verwaltung, Kampagnen-Editor, Promo-Liste, alles an einem Ort. Kein Login bei Drittanbietern, keine Abo-Kosten, keine fremden Augen auf den Daten.
Alle diese Module laufen auf einer einzigen Infrastruktur, sprechen dieselbe Designsprache und teilen dieselbe Datenbasis. Das ist kein Zufall — das ist das Ergebnis von konsequenter Architekturarbeit am Anfang.
Deployment: vollautomatisch
Kein FTP. Kein SSH. Kein “ich muss mal kurz deployen”.
GitHub Actions baut bei jedem Push ein Docker-Image. ArgoCD erkennt das neue Image und rollt es automatisch auf dem Kubernetes-Cluster aus. PocketBase-Migrationen laufen beim Start durch — Datenbankschema und Anwendung sind immer synchron.
Ich pushe Code. Fünf Minuten später ist er live. Und wenn etwas schiefgeht, rollt ArgoCD automatisch zurück.

Das ist kein Sonderfall — das ist der Standard
Ich habe The Moon Records nicht anders gebaut als ich ein Kundenprojekt baue. Gleicher Prozess, gleiche Sorgfalt, gleiche Anforderungen. Der einzige Unterschied: der Auftraggeber bin ich selbst.
Das Gegenteil kenne ich aus vielen Erstgesprächen: Website von Agentur A, Newsletter von Mailchimp, Shop von Shopify, CRM von HubSpot. Jedes System mit eigener Designsprache, eigenem Login, eigenen Daten, eigenen Monatskosten. Und mittendrin ein Mensch, der versucht das alles zusammenzuhalten.
Wer mit mir arbeitet, bekommt das nicht.
“Aus einem Guss” bedeutet konkret: dieselben Design-Tokens überall, Inhalt als eigenständige versionierte Datenquelle, Deployment ohne Handgriff, selbst gehostetes Backend ohne laufende Drittkosten, und ein System, das wachsen kann — ohne dass man es irgendwann komplett neu bauen muss.
Das ist kein technischer Perfektionismus. Das ist ein Qualitätsmerkmal, das man als Betreiber jeden Tag spürt.
The Moon Records ist unter the-moon-records.de erreichbar. Du willst so etwas für dein Projekt? Meld dich.
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