Website Design Checklist 2026: Was eine gute Website heute können muss

Tobe
Blog Veröffentlich am 27.04.26, Tobias Lorsbach

Eine Website ist schnell gebaut. Eine gute Website ist eine andere Sache.

In meiner täglichen Arbeit sehe ich dutzende Seiten – von frisch gelaunchten Startup-Auftritten bis zu Unternehmenswebsites die seit 2017 unberührt im Netz hängen. Der häufigste Befund: Technisch irgendwie da, aber voller Lücken, die echte Kunden kosten.

Diese Checklist fasst zusammen, was 2026 zum Standard gehört. Nicht als akademische Übung – sondern als praktisches Werkzeug für alle, die eine Website neu bauen oder eine bestehende ehrlich bewerten wollen.


1. Performance & Ladezeit

Keine andere Metrik kostet so direkt Kunden wie eine langsame Website. 53 % der mobilen Nutzer verlassen eine Seite, die länger als drei Sekunden lädt. Google nutzt Ladezeit als Ranking-Faktor. Es gibt keine Entschuldigung mehr für eine lahme Site.

  • Lighthouse Performance Score ≥ 90 (am besten ≥ 95) – messen mit PageSpeed Insights
  • Largest Contentful Paint (LCP) unter 2,5 Sekunden – das größte sichtbare Element lädt schnell
  • Cumulative Layout Shift (CLS) unter 0,1 – kein nervöses Rumgehüpfe beim Laden
  • First Input Delay (FID) / Interaction to Next Paint (INP) unter 200ms – Seite reagiert sofort auf Klicks
  • Bilder optimiert – WebP oder AVIF statt JPEG/PNG, korrekte Dimensionen, lazy loading
  • Kein render-blocking CSS oder JavaScript in der kritischen Ladekette
  • Hosting auf einem CDN – keine shared-hosting Trödel-Server aus dem Jahr 2009
  • HTTP/2 oder HTTP/3 aktiv

2. Mobile & Responsive Design

Über 60 % des Web-Traffics kommt vom Smartphone. Google indexiert mobile-first. Wer 2026 noch eine “Desktop-only-Website” abliefert, baut an der Realität vorbei.

  • Sieht auf allen gängigen Bildschirmgrößen gut aus – vom iPhone SE bis zum 27”-Monitor
  • Touch-Targets mindestens 44×44px groß – Buttons die man mit dem Daumen treffen kann
  • Kein horizontales Scrolling auf mobilen Geräten
  • Schriftgrößen auf Mobilgeräten lesbar – mind. 16px Fließtext
  • Navigation auf Mobile durchdacht – Hamburger-Menü oder vergleichbare Lösung
  • Formulare auf Touchscreens bedienbar – richtige Input-Typen (tel, email, number)
  • Kein Content der auf Hover basiert und auf Touch-Geräten nicht erreichbar ist

3. SEO-Grundlagen

SEO ist kein Hexenwerk – aber 80 % der Wirkung kommt von solider technischer Grundlage. Plugins alleine retten das nicht.

  • Jede Seite hat einen einzigartigen <title> Tag (50–60 Zeichen)
  • Jede Seite hat eine einzigartige Meta-Description (120–160 Zeichen)
  • Heading-Hierarchie stimmt – genau ein <h1> pro Seite, logische Struktur darunter
  • Bilder haben aussagekräftige Alt-Texte
  • Kanonische URLs gesetzt – keine doppelten Inhalte durch www/non-www oder trailing slash
  • sitemap.xml vorhanden und bei Google Search Console eingereicht
  • robots.txt vorhanden und blockt nichts, was indexiert werden soll
  • Keine 404-Fehler auf internen Links
  • Strukturierte Daten (Schema.org) für LocalBusiness, FAQ, Breadcrumbs – je nach Seitentyp
  • Core Web Vitals im grünen Bereich (siehe Performance-Abschnitt oben)

4. Barrierefreiheit (Accessibility)

Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Für viele kommerzielle Websites ist WCAG 2.1 Level AA seitdem keine Option mehr, sondern Pflicht.

Abseits der Gesetzgebung: Eine barrierefreie Website ist eine besser nutzbare Website für alle.

  • Farbkontrast ausreichend – mind. 4,5:1 für normalen Text, 3:1 für großen Text (prüfen mit Colour Contrast Checker)
  • Alle interaktiven Elemente per Tastatur erreichbar – Tab-Reihenfolge macht Sinn
  • Fokus-Styles sichtbar – kein outline: none ohne Alternative
  • Bilder haben Alt-Texte – dekorative Bilder haben alt=""
  • Formular-Labels korrekt verknüpft – kein Placeholder als einziges Label
  • ARIA-Attribute korrekt eingesetzt – nicht blind draufwerfen, sondern gezielt
  • Videos haben Untertitel
  • Lighthouse Accessibility Score ≥ 90
  • Manuelle Prüfung mit Screen-Reader (z. B. NVDA, VoiceOver) – automatische Tools finden nur ~30 % der Probleme

5. Sicherheit & Technik

  • HTTPS aktiv – kein HTTP mehr, nirgendwo, ohne Ausnahme
  • SSL-Zertifikat gültig und läuft nicht demnächst ab
  • Sicherheits-Header gesetzt: Content-Security-Policy, X-Frame-Options, X-Content-Type-Options, Referrer-Policy
  • Keine sensiblen Daten im Frontend-Code – kein API-Key, kein Passwort im JavaScript
  • Kontaktformular gegen Spam gesichert – Honeypot oder reCAPTCHA
  • Keine veralteten JavaScript-Libraries mit bekannten Sicherheitslücken
  • Bei WordPress: alles aktuell – Core, Themes, Plugins. Kein Plugin das seit 2 Jahren nicht gepflegt wird.

6. Inhalt & Texte

Eine technisch perfekte Website mit schlechten Texten verliert trotzdem jeden Besucher. Content ist immer noch King – auch 2026.

  • Klare Aussage auf der Startseite: Wer bist du, für wen, was bietest du an? – erkennbar in den ersten 5 Sekunden
  • Kein “Willkommen auf unserer Website” als Headline – sagt nichts, kostet Aufmerksamkeit
  • Ein klarer Call-to-Action (CTA) pro Seite – was soll der Besucher als nächstes tun?
  • Keine Textwände – kurze Absätze, Zwischenüberschriften, Bullet Points wo sinnvoll
  • Texte aus Kundenperspektive geschrieben – nicht “Wir bieten…”, sondern “Du bekommst…”
  • Kontaktdaten leicht findbar – Telefonnummer und E-Mail auf jeder Seite, nicht nur im Impressum
  • Impressum und Datenschutzerklärung vorhanden und aktuell – rechtlich korrekt, nicht veraltet

7. Design & Usability

  • Konsistentes Design – gleiche Farben, Abstände, Schriften auf allen Seiten
  • Maximal 2–3 Schriftarten – mehr ist visuelles Chaos
  • Ausreichend Weißraum – Inhalte “atmen” lassen, nicht alles vollpacken
  • Klare visuelle Hierarchie – was ist wichtig, was ist sekundär?
  • Buttons sehen aus wie Buttons – Links wie Links. Kein Rätselraten.
  • Ladeanimationen oder Skeleton-Screens bei dynamisch nachgeladenen Inhalten
  • Fehlermeldungen bei Formularen sind verständlich und hilfreich – nicht nur “Fehler 500”
  • Favicon vorhanden und passt zur Marke (inkl. Apple Touch Icon)
  • Open-Graph-Bild gesetzt – sieht gut aus wenn jemand die URL auf LinkedIn oder WhatsApp teilt

8. Analytics & Tracking – datenschutzkonform

  • Irgendeine Form von Analytics vorhanden – du musst wissen ob deine Seite Besucher hat
  • Cookielose Lösung bevorzugen (z. B. Plausible, Fathom, Umami) – kein Cookie-Banner nötig, DSGVO-konform
  • Wenn Google Analytics: korrekt konfiguriert – IP-Anonymisierung, Datenverarbeitung in EU, Cookie-Consent vorhanden
  • Keine toten Tracking-Pixel von Tools, die du nicht mehr nutzt
  • Datenschutzerklärung enthält alle eingesetzten Dienste – korrekt und vollständig

9. KI-Lesbarkeit – der neue Standard

2026 ist kein Nischen-Thema mehr: ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews und Co. zitieren Websites direkt in Suchantworten. Wer hier nicht auftaucht, verliert Sichtbarkeit an Wettbewerber – stiller, aber konsequent.

  • Semantisch sauberes HTML<main>, <article>, <section>, <nav> korrekt eingesetzt
  • Strukturierte Daten (Schema.org) vollständig – KI-Systeme verstehen maschinenlesbaren Kontext besser
  • llms.txt vorhanden – ähnlich wie robots.txt, aber für Large Language Models: gibt an, was gecrawlt werden darf und in welchem Format. Standard in Entwicklung
  • Keine wichtigen Inhalte hinter JavaScript-Walls versteckt – was nicht im HTML steht, findet kein Crawler
  • Autorenschaft klar erkennbar – Name, Datum, Expertise: E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) wird für KI-Rankings wichtiger

10. Launch-Checkliste – die letzten Meter

Kurz vor Go-live werden die meisten Fehler gemacht. Weil es schnell gehen soll.

  • Alle Platzhalter-Texte entfernt – kein “Lorem ipsum”, kein “Hier kommt noch Text”
  • Alle Testbestellungen / Testeinträge aus der Datenbank gelöscht
  • Alle Links getestet – intern und extern, keine 404er
  • Formulare enden wirklich beim Empfänger – senden, empfangen, prüfen
  • Google Search Console eingerichtet und Sitemap eingereicht
  • Seite ist nicht mehr per noindex blockiert – passiert erschreckend oft
  • Weiterleitung von www auf non-www (oder umgekehrt) aktiv – keine doppelten URLs
  • 301-Weiterleitungen von alten URLs gesetzt, wenn eine bestehende Seite relauncht wird
  • Backup-Strategie vorhanden – nicht erst nach dem ersten Crash drüber nachdenken

Wie viele Punkte hast du abgehakt?

  • 80–100 %: Glückwunsch. Deine Website ist in ernsthafter Verfassung.
  • 60–80 %: Solide Basis, aber konkrete Baustellen. Priorisieren und abarbeiten.
  • 40–60 %: Spürbares Potenzial nach oben – sowohl für Nutzer als auch für Rankings.
  • Unter 40 %: Hier geht Traffic und Vertrauen verloren, jeden Tag. Zeit zu handeln.

Diese Liste ist kein einmaliges Projekt – sie ist ein fortlaufender Zustand. Websites veralten, Gesetze ändern sich, Browser entwickeln sich weiter. Wer seine Seite einmal im Jahr ehrlich gegen so eine Checklist prüft, ist der Konkurrenz fast immer voraus.

Du willst das für deine Website durchgehen und weißt nicht wo anfangen? Meld dich. Ich schaue mir das mit dir an.

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