Du planst eine neue Website oder bist von deiner bestehenden genervt, und jetzt taucht überall der Name “Astro” als WordPress-Alternative auf. Was ist da wirklich dran, und was bedeutet das konkret für dich, ohne dass du selbst programmieren musst? Genau das klären wir hier, Kriterium für Kriterium. Was Astro als Werkzeug überhaupt ist und wie es technisch funktioniert, erkläre ich ausführlicher in Was ist eigentlich Astro?, hier geht es um den direkten Vergleich.
Die grundsätzliche Idee dahinter
WordPress ist ein System, das bei jedem Seitenaufruf im Hintergrund eine Datenbank abfragt und die Seite live zusammenbaut, dafür läuft ständig ein Server im Hintergrund. Genau deshalb kannst du dich einloggen und Texte direkt im Browser ändern, das ist der große Vorteil, den WordPress hat.
Astro macht es umgekehrt: Die Website wird einmal fertig “gebacken”, also als fertige Dateien erzeugt, und danach einfach nur noch ausgeliefert, ohne dass im Hintergrund bei jedem Klick etwas neu berechnet wird. Das ist der Grund für fast alle Unterschiede, die jetzt folgen.
Geschwindigkeit
Weil WordPress bei jedem Aufruf live etwas berechnen muss und Astro nur fertige Dateien ausliefert, ist der Geschwindigkeitsunterschied in der Praxis groß. Laut der offiziellen Auswertung von Astro auf Basis von HTTP Archive und Chrome UX Report, also echten gemessenen Websites im Netz, haben 66 % der Astro-Websites gute Core Web Vitals (die Werte, nach denen auch Google eine Seite bewertet), bei WordPress sind es 48 %.
Aus eigener Erfahrung mit 15 betreuten WordPress-Projekten liegt der durchschnittliche Mobile-Performance-Score bei 48 von 100, bei einer Ladezeit von 3,8 Sekunden bis zum ersten sichtbaren Inhalt. Diese Website hier läuft selbst auf Astro: Score 99, Ladezeit 0,4 Sekunden. Details dazu in meinem Erfahrungsbericht zum Umstieg.
Vorteil Astro.
Sicherheit
WordPress selbst ist nicht unsicher, das Problem sind die Plugins. Fast jede WordPress-Seite läuft mit Dutzenden Erweiterungen von Drittanbietern, und jede davon ist ein potenzielles Einfallstor. Wie real das Risiko ist, hab ich selbst durchgespielt: 30 WordPress-Plugins gekauft, in alle eine Backdoor eingebaut, kein einziges davon fiel dabei automatisch auf.
Eine Astro-Website hat in der Regel gar kein Backend, das online angreifbar wäre, keine Datenbank, keine Admin-Anmeldeseite, keine Plugins, die veralten können. Es gibt schlicht weniger, was überhaupt angegriffen werden kann.
Vorteil Astro.
Kosten und laufende Wartung
Eine WordPress-Seite braucht laufend Aufmerksamkeit: WordPress selbst, das Theme und jedes einzelne Plugin müssen regelmäßig aktualisiert werden, sonst entstehen genau die Sicherheitslücken von eben. In der Praxis (eigene Zahlen aus 15 betreuten Projekten) macht das rund 45 Minuten Update-Arbeit pro Monat und Seite, dazu Hosting, das eine Datenbank und einen laufenden Server braucht.
Eine fertige Astro-Website besteht nur aus statischen Dateien. Das lässt sich bei vielen Anbietern kostenlos oder für wenige Euro im Monat hosten, es gibt kein “Update” der Website selbst, weil nichts läuft, das veralten könnte.
Vorteil Astro, außer eine Agentur oder ein Entwickler übernimmt die WordPress-Pflege ohnehin für dich.
Inhalte selbst pflegen
Hier dreht sich das Bild. Bei WordPress loggst du dich ein, klickst auf “Bearbeiten”, änderst den Text, fertig. Kein technisches Vorwissen nötig.
Astro selbst bringt kein eingebautes Bearbeitungsfenster mit. Inhalte kommen entweder aus Textdateien, die im Projekt liegen (dafür ist ein Entwickler nötig, wenn du selbst nichts mit Code am Hut hast), oder aus einem separat angebundenen Content-System mit eigenem, browserbasiertem Bearbeitungsbereich. Letzteres lässt sich zwar so einrichten, dass du am Ende genauso einfach Texte änderst wie bei WordPress, aber diese Anbindung muss einmal von jemandem gebaut werden, sie ist bei Astro nicht automatisch dabei.
Vorteil WordPress, wenn du selbst regelmäßig Inhalte pflegen willst und niemanden dafür einrichten lassen möchtest.
Design und Erweiterungen
WordPress hat ein riesiges Ökosystem an fertigen Themes und Plugins für praktisch jeden Anwendungsfall, von der Terminbuchung bis zum Mitgliederbereich, oft mit ein paar Klicks installiert. Genau das ist gleichzeitig die Ursache für das Sicherheits- und Performance-Problem von oben.
Bei Astro wird jede Funktion gezielt eingebaut statt aus einem riesigen Baukasten zusammengeklickt, das bedeutet mehr Entwicklungsaufwand am Anfang, aber am Ende auch nur die Funktionen, die die Seite tatsächlich braucht, nicht mehr.
Kommt auf den Anwendungsfall an.
Für wen was passt
| Deine Situation | Passende Wahl |
|---|---|
| Du willst selbst wöchentlich oder öfter Texte, Bilder oder Blogartikel ändern, ohne Entwickler | WordPress (oder Astro mit angebundenem Content-System) |
| Dir ist Ladezeit und Sicherheit wichtiger als das Selbst-Bearbeiten | Astro |
| Deine Website ändert sich nur selten (Firmenwebsite, Portfolio, Landingpage) | Astro |
| Du brauchst schnell einen Onlineshop mit vielen Plugins für Sonderfälle | WordPress mit WooCommerce |
| Du hattest schon mal einen WordPress-Hack oder ständigen Wartungsaufwand | Astro |
Es gibt keine grundsätzlich “bessere” der beiden Optionen, nur die passendere für deine Situation. Wenn du unsicher bist, wo du gerade stehst, oder deine bestehende WordPress-Seite konkret bewerten lassen willst, kannst du das über WordPress-Escape in 15 Sekunden kostenlos checken lassen.
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